Schritt für Schritt zum Traumbeet: Die Farbauswahl

Schritt für Schritt zum Traumbeet: Die Farbauswahl von Sven Beck, Beetwunderung

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Ich liebe die britischen Staudenbeete über alles. Wer vor solch einem Beet steht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass zu (fast) jeder Jahreszeit etwas blüht, sie mit ihrer Opulenz für den großen Auftritt im Garten sorgen und so jeden Besucher in ihren Bann ziehen. Solche Beete zu kreieren ist nicht ganz einfach. Deshalb werde ich Dir Schritt für Schritt erklären, wie ich meine Staudenbeete plane. Als allererstes überlege ich mir immer ein Farbkonzept.

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Bei der Auswahl der Blütenfarben ist erlaubt, was gefällt. Farben sind schließlich Geschmacksache. Wer jedoch ein Beet schaffen will, dass sofort ins Auge springt, sollte seinen Fokus auf die Farbauswahl richten. Mit Hilfe eines Farbkreises, können harmonisch wirkende Farbzusammenstellungen geschaffen werden. Wie Du den Farbkreis als Planungshilfe nutzen kannst und welche Farbkombinationen für viel Harmonie sorgen, werde ich Dir nun zeigen. Wichtig ist, sich für eine der Kombinationen zu entscheiden, dann ist der erste Schritt in Richtung Traumbeet geschafft.

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Kombinationsmöglichkeit 1: Kalte und warme Farben 

Betrachtet man den Farbkreis, fällt auf, dass er in zwei Bereiche eingeteilt ist: Es gibt warme Farben, die sich von Gelb über Rot bis Rosa erstrecken und es gibt kalte Farben, die Lila, Blau und Grün umfassen. Ein Beet wirkt dann harmonisch, wenn man bei der Auswahl der Blütenfarben im kalten oder im warmen Bereich bleibt. Es gibt jedoch auch Harmonie über diese Farbtrennung hinweg. Dann muss die Anzahl an Farben eingeschränkt werden, wie die weiteren Kombinationsmöglichkeiten zeigen werden. 

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Bild: Das Double Border im Walled Garden in Baldern ist mit warmen Farben gestaltet.

Kombinationsmöglichkeit 2: Farbverläufe

Noch mehr Harmoniewirkung kann erzielt werden, wenn man einen Farbverlauf schafft. Hierzu werden zwei oder drei nebeneinander liegenden Farben des Farbkreises kombiniert. Zum Beispiel können die Farben Lila, Pink und Rosa gemischt werden. Beete, die nach diesem Muster gestaltet sind, finde ich besonders ansprechend und harmonisch. Vita Sackville-West hat viele ihrer Gartenräume auf Sissinghurst Castle nach diesem Schema organisiert. Die hohen Besucherzahlen dieses Gartens zeigen, dass sie mit dieser Art des Gestaltens auch heute noch richtig liegt.

Bild: Der Rosengarten von Sissinghurst Castle ist in einem Farbverlauf gestaltet.

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Kombinationsmöglichkeit 3: Komplementärfarben

Kombiniert man die zwei gegenüber liegenden Farben eines Farbkreises miteinander, entstehen ebenfalls wunderbar harmonische Farbzusammenstellungen. Blau und Gelb sind eine typische Kombination dieses Schemas. Intuitiv nutzen viele Menschen Farbzusammenstellungen dieser Art. Deshalb findet man solche Kombinationen in allerlei Gärten wieder.

Bild: Die Komplementärfarben Lila und Gelb in einem Beet in Great Dixter

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Kombinationsmöglichkeit 4: Dreiklang

Stellt man sich in der Mitte des Farbkreises ein gleichschenkliges Dreieck vor, ergibt sich durch die Kombination der Farben, die sich an den Spitzen des Dreiecks ergeben, ein Dreiklang. Diese Kombination der Blütenfarben verspricht mehr Farbe und dennoch kein Durcheinander. Diese Kombination würde ich immer einem bunten Beet vorziehen. Es sei denn, es handelt sich um ein Beet in Pastelltönen.

Bild: Ein Dreiklang im Walled Garden von Baldern.

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Kombinationsmöglichkeit 5: Monochromatisch 

Monochromatisch bedeutet, dass nur eine Blühfarbe verwendet wird. Damit dies nicht zu langweilig wird, sollte die Farbe in unterschiedlichen Nuancen im Beet vorkommen. Möchte man beispielsweise ein Beet in Weiß anlegen, sollte der Weißton immer variieren (Cremeweiß, grelles Weiß, ein Weiß mit leichtem Farbeinschlag). Dies gilt auch für alle anderen Farben, die monochromatisch verwendet werden.

Bild: Ein Beet in Weiß bei beetwunderung.de

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Kombinationsmöglichkeit 6: Bunt

Ich werde oft gefragt, ob man sein Beet nicht einfach bunt gestalten kann. Natürlich ist das möglich. Bei dieser Kombination sollte man jedoch beachten, dass sich die Farben immer wieder im Beet wiederholen. Durch diese Wiederholung entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Besonders gut lassen sich Pastelltöne kombinieren. Sie lassen sich wild zusammenstellen und es passt immer. 

Bild: Das Charleston Farmehouse überzeugt mit seinem bunten Cottagegarten.

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Kombinationsmöglichkeit 7: Kombination mit Weiß

Weiß, ist im Grunde genommen keine Farbe, passt aber zu allen Farben. Besonders gut lassen sich stark gesättigte Farben oder Pastellfarben kombinieren. Bei ersterem ist der Kontrast so stark, dass die Pflanzkombination sofort ins Auge sticht und bei zweiterem wirkt das Beet lieblich und zart. Ich habe in meinem Double Border die Kombination von Weiß und Gelb gewählt. Ein kühl und romantisch anmutendes Beet ist dabei entstanden.

Bild: Das Double Border bei beetwunderung.de mit einer Kombination von Weiß und Gelb

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Am Ende ist es wichtig, sich für eine der Kombinationen und damit für den Farbverlauf des zukünftigen Beetes zu entscheiden. Es braucht die Konsequenz in der Umsetzung. Oft ist man verleitet eine andersfarbig blühende Pflanze zu integrieren, weil man sie besonders schön findet. Hier sollte man überlegen, was wichtiger ist: Ein harmonisches Gesamtbild und damit ein Beet mit „Wow-Effekt“ oder eine einzelne Pflanze? Wer hier an das Endresultat denkt, wird letztlich belohnt.

Ich wünsche viel Spaß bei der Auswahl der Farben. Bis zum nächsten gemeinsamen Schritt ins Traumbeet.

Liebe Grüße,

Sven.

Zum Autor:

Sven ist leidenschaftlicher Hobbygärtner und betreibt seit Oktober 2020 den Gartenblog „Beet-Wunderung für Garten“. Sein Herz schlägt vor allem für Stauden. Mit liebe kreiert er seine eigenen und mittlerweile auch Beete anderer Gartenbesitzer. Er lässt uns in mehreren Schritten an seinem Gestaltungsprozess teilhaben und begleitet uns beim Anlegen von Beeten. Weitere Schritte folgen in regelmäßigen Abständen bei „Wir sind Garten“.

Wer mehr über Sven und seinen Blog erfahren möchte findet ihn unter den folgenden Links:

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