Laubblätter sind kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff für deinen Garten
Warum wir im Herbst öfter mal die Hände vom Laubbesen lassen sollten und wie aus vermeintlichem Gartenabfall ein wertvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz wird.
Herbstzeit ist Laubzeit – und das ist gut so!
Wenn sich die Blätter an Bäumen und Sträuchern langsam gelb, orange und rot färben, beginnt für viele Hobbygärtner eine arbeitsreiche Zeit. Kaum fallen die ersten Blätter zu Boden, werden Laubbesen, Rechen und Laubsauger hervorgeholt. Schließlich soll der Garten ordentlich aussehen und möglichst kein Blatt liegen bleiben.
Aber ist das wirklich notwendig?
Wir von WIR SIND GARTEN® finden: Laub gehört zum natürlichen Kreislauf des Gartens und ist viel zu wertvoll, um einfach entsorgt zu werden.
Denn was viele Menschen als lästigen Gartenabfall betrachten, ist in Wirklichkeit ein kostenloser Rohstoff, ein natürlicher Bodenschutz und ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere.
Wer sein Herbstlaub sinnvoll nutzt, spart sich nicht nur Arbeit, sondern tut gleichzeitig etwas für die Artenvielfalt und einen gesunden Gartenboden.
Laub ist kostenloser Dünger aus der Natur
In der Natur gibt es keine Biotonne und keinen Laubsauger. Im Wald bleiben die heruntergefallenen Blätter einfach liegen. Regenwürmer, Asseln, Springschwänze, Pilze und unzählige Mikroorganismen beginnen damit, das organische Material zu zersetzen.
Dabei entsteht nach und nach wertvoller Humus.
Dieser verbessert die Bodenstruktur, speichert Wasser und stellt Pflanzen langfristig wichtige Nährstoffe zur Verfügung. Gleichzeitig wird das Bodenleben gefördert.
Genau diesen natürlichen Kreislauf können wir auch in unseren Gärten nutzen.
Unter Hecken, Sträuchern und Bäumen darf das Laub deshalb gerne liegen bleiben. Auch auf Gemüsebeeten oder zwischen Stauden kann eine lockere Laubschicht sinnvoll sein.
Sie schützt den Boden vor Austrocknung, starken Temperaturschwankungen und Verschlämmung durch heftige Regenfälle.
Ein Gartenboden, der im Winter nicht völlig ungeschützt daliegt, bietet bessere Voraussetzungen für ein gesundes Bodenleben.
Ein Winterquartier für Insekten und andere Gartentiere
Besonders wichtig ist Herbstlaub für die tierischen Bewohner unserer Gärten.
Während wir uns im warmen Wohnzimmer auf den Winter vorbereiten, suchen zahlreiche Insekten und andere Kleintiere nach geschützten Plätzen, an denen sie die kalte Jahreszeit überstehen können.
Eine Laubschicht bietet dafür hervorragende Bedingungen.
Zwischen den Blättern entstehen kleine Hohlräume, die vor Wind, Frost und starken Temperaturschwankungen schützen. Hier überwintern beispielsweise Käfer, Spinnen, Asseln und verschiedene Insektenlarven.
Auch manche Schmetterlingsarten verbringen den Winter als Puppe oder Raupe geschützt in der bodennahen Vegetation und Laubstreu.
Wer im Herbst sämtliche Blätter entfernt, beseitigt damit möglicherweise auch die Winterquartiere dieser Tiere.
Und das hat Auswirkungen auf den gesamten Garten.
Denn viele dieser kleinen Lebewesen sind wiederum wichtige Nahrungsquellen für Vögel, Amphibien und andere Tiere.
Auch Igel profitieren von naturnahen Gartenbereichen. Sie nutzen trockenes Laub als Isoliermaterial für ihre Winternester, die sie beispielsweise unter Hecken oder in geschützten Reisighaufen anlegen.
Ein Laubhaufen ist also nicht einfach nur ein Haufen Blätter. Er kann ein kleines Ökosystem sein!
Wohin mit dem Herbstlaub? Unsere Tipps für deinen Garten
Natürlich muss das Laub nicht überall liegen bleiben. Auf Wegen, Treppen und Terrassen kann nasses Herbstlaub schnell zur Rutschgefahr werden.
Auch auf dem Rasen sollten größere, geschlossene Laubschichten regelmäßig entfernt werden, damit die Gräser weiterhin ausreichend Licht und Luft bekommen.
Doch statt die Blätter anschließend zu entsorgen, kannst du sie an anderer Stelle sinnvoll einsetzen.
1. Laub unter Hecken und Sträuchern verteilen
Hier darf das Laub weitgehend liegen bleiben. Es schützt die Wurzeln, verbessert langfristig den Boden und schafft wertvolle Rückzugsräume für Kleintiere.
2. Einen Laubhaufen für Wildtiere anlegen
Eine ruhige, geschützte Gartenecke eignet sich hervorragend für einen Laubhaufen. Besonders wertvoll wird dieser, wenn du ihn mit Ästen und Reisig kombinierst.
Wichtig: Einmal angelegt, sollte der Haufen möglichst bis ins Frühjahr ungestört bleiben.
3. Beete mit Laub mulchen
Eine lockere Schicht Herbstlaub schützt offene Gartenböden. Achte darauf, empfindliche Pflanzen nicht unter einer dicken, nassen Laubdecke zu begraben.
4. Laubkompost herstellen
Auch auf dem Kompost ist Laub ein wertvoller Rohstoff. Besonders gut funktioniert die Verrottung, wenn du die Blätter mit anderem organischem Gartenmaterial mischst.
Manche Laubarten, beispielsweise Eichenlaub, benötigen aufgrund ihrer Zusammensetzung etwas länger, bis sie vollständig zersetzt sind.
Das ist kein Problem: Die Natur hat schließlich Zeit.
Bitte auf Laubsauger und Laubbläser verzichten!
Besonders kritisch sehen wir den Einsatz von Laubsaugern und Laubbläsern.
Sie verursachen Lärm, wirbeln Staub und Kleinstlebewesen auf und können die empfindlichen Lebensgemeinschaften in der Laubstreu erheblich stören.
Laubsauger können darüber hinaus kleine Tiere mitsamt dem Laub einsaugen und verletzen oder töten.
Wer stattdessen einen klassischen Laubrechen verwendet, arbeitet gezielter und kann das Laub dort sammeln, wo es tatsächlich entfernt werden muss.
Noch besser ist es natürlich, möglichst viele Blätter einfach liegen zu lassen.
Ein bisschen weniger Ordnung bedeutet oft mehr Leben
Wir müssen unsere Vorstellung von einem gepflegten Garten vielleicht ein wenig verändern.
Ein Garten ist kein Wohnzimmer, das jeden Tag aufgeräumt werden muss. Er ist ein lebendiger Raum, in dem Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen miteinander verbunden sind.
Herbstlaub gehört genauso dazu wie verblühte Stauden, Totholz und wilde Gartenecken.
Wer diese natürlichen Strukturen zulässt, schafft Lebensräume und unterstützt ökologische Kreisläufe, die für einen gesunden Garten unverzichtbar sind.
Und ganz nebenbei bleibt mehr Zeit, um den Herbst zu genießen!
Unser Tipp von WIR SIND GARTEN®: Bevor du das nächste Mal zum Laubbesen greifst, überlege, ob die Blätter wirklich wegmüssen. Vielleicht liegen sie genau dort, wo sie der Natur am meisten helfen.
Denn manchmal ist das Beste, was wir für unseren Garten tun können, einfach etwas weniger zu tun.
🌿 WIR SIND GARTEN® – Wir machen dein Leben grüner!


